News: 11.12.2009 Griechenland finanziell angeschlagen Der griechische Regierungschef kündigte ein Treffen mit allen Spitzenpolitikern des Landes an, um Maßnahmen für die Genesung der Wirtschaft und für die Bekämpfung der Vetternwirtschaft der Korruption und der Steuerhinterziehung zu suchen. |
Der griechische Regierungschef kündigte ein Treffen mit allen Spitzenpolitikern des Landes an, um Maßnahmen für die Genesung der Wirtschaft und für die Bekämpfung der Vetternwirtschaft der Korruption und der Steuerhinterziehung zu suchen. Zuvor hatte auch der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou erklärt, er erwarte weitere Turbulenzen wegen der schlechten Finanzlage in Griechenland. Die Berichte der Ratingagenturen erschweren die Lage. Parallel zu den wirklichen Problemen seien auch Spekulanten am Werk, hieß es aus Kreisen des Athener Wirtschaftsministeriums.
Die Bundesregierung betonte, sie sehe derzeit keinen Anlass für mögliche Hilfen an das finanziell schwer angeschlagene Euro-Land. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums verwies am Mittwoch in Berlin auf Aussagen des griechischen Finanzministeriums, wonach das Land die Probleme aus eigener Kraft lösen wolle.
Bundesbankpräsident Axel Weber forderte Athen zum Handeln auf. Es sei ist jetzt eine klare Strategie zum Abbau des Haushaltsdefizits gefordert, sagte er. Griechenland hatte einräumen müssen, dass das Budgetdefizit Athens im laufenden Jahr 12,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts statt der erlaubten drei Prozent betragen dürfte. Gestern hatte die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands auf BBB+ von A- herabgestuft. Bereits am Montag hatte die Ratingagentur S&P davor gewarnt, dass die Bonitätsnote A- akut gefährdet sei. Weber zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass das Land bei entsprechenden Anstrengungen bis Anfang 2011 wieder zumindest ein A- Rating erreichen könnte. Ein A- Rating war lange Zeit die Mindestanforderung, damit ein Land seine Anleihen als Sicherheit bei der EZB hinterlegen konnte. Wegen der Finanzkrise hat die EZB diese Grenze jedoch bis Ende 2010 auf BBB- gesenkt. Sollte ab 2011 die alte Grenze wieder gelten, könnte die Refinanzierung für Griechenland schwierig werden. Der Euro notierte am Nachmittag bei 1,4755 Dollar. Noch vor wenigen Tagen hatte die europäische Gemeinschaftswährung mehr als 1,50 Dollar gekostet. Quelle: wiwo.de (Wirtschaftswoche)
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