Die Erholung der US-Wirtschaft setzt sich fort, Der am Montag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe kletterte im Dezember von 53,6 auf 55,9 Zähler. Volkswirte hatten im Durchschnitt mit 54 Punkten gerechnet. Werte über 50 signalisieren eine Expansion.
"Der ISM-Index bestätigt das Bild einer fortgesetzten Konjunkturerholung. Positiv zu werten ist der gestiegene Beschäftigungssubindex, der Hoffnungen schürt, dass der Stellenabbau zum Erliegen kommt", sagte Helaba-Renten- und Devisenexperte Ulrich Wortberg. ING-Volkswirt Rob Carnell sieht im Anstieg des ISM-Index einen Beleg dafür, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal um vier Prozent gewachsen sein könnte: "Das wäre zwar etwas höher, als wir glauben. Aber BIP-Wachstumsraten von mehr als drei Prozent sind in den kommenden Monaten durchaus wahrscheinlich."
Die Fabriken in den USA fahren die Produktion hoch, nachdem sie über 2009 ihre Lager regelrecht aufgezehrt hatten. Das könnte sich sich auch positiv auf dem Arbeitsmarkt niederschlagen. Ganze 4,1 Millionen Jobs wurden in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres abgebaut. Dank der steigenden Produktion verbessert sich die Situation- und die Unternehmen stellen wieder ein. Der Dezember-Arbeitsmarktbericht wird am Freitag veröffentlicht. Gerechnet wird mit einem Abbau von "nur" 8000 Stellen. Die Arbeitslosenquote sehen die Experten bei 10,1 gegenüber 10,0 Prozent bisher.
Mitverantwortlich für den Aufschwung sind staatliche Hilfen für den Automobil- und den Bausektor. Beide Branchen litten besonders stark unter der Krise. Seit dem Auffangen von der Konzerne wie General Motors, der Abwrackprämie "Cash for Clunkers" und Unterstützung für Häuslebauer entspannt sich die Lage. Allerdings nicht überall: Die Bauinvestitionen fielen im November um 0,6 Prozent. Bereits im Oktober waren sie rückläufig gewesen. Die Lager sind leer, die US-Industrie weitet ihre Produktion aus Nach Einschätzung von Volkswirten endete die seit Dezember 2007 währende US-Rezession zur Jahresmitte 2009. Seitdem geht aufwärts. Im dritten Quartal wuchs das reale BIP um auf das Jahr hochgerechnet 2,2 Prozent. Für das vierte Quartal halten einige Experten - darunter Gene Epstein vom Anlegermagazin "Barron's" - ein BIP-Plus von vier Prozent für möglich. Die erste Schätzung wird am 29. Januar veröffentlicht. 2010 könnte das Plus dann bei 3 bis 3,5 Prozent liegen. Wirklich herausragend sind die Zahlen im historischen Vergleich jedoch nicht. Nach der Rezession 1973 bis 1975 legte das BIP über drei Quartale hinweg durchschnittlich 5,1 Prozent zu. Nach der Rezession 1981/82 wuchs die US-Wirtschaft über zwei Quartale sogar mit annualisierten 7,2 Prozent. "Daran gemessen sollte die Erholungsphase in den ersten drei Monaten 2010 enden. Doch dieses Mal wird sie bis zum dritten Quartal 2010 andauern. Das zeigt, wie tief die US-Wirtschaft gefallen ist", sagte Barron's-Volkswirt Epstein. Quelle: FTD.de |